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FDP Niestetal

Die neue Kraft

Viehberg- Wald

FDP Niestetal: Sportpolitik in Niestetal

Bei unserer monatlichen Mitgliederversammlung am 17.5.2010 bekamen wir Besuch von den Herren Volkmann und Wenzel vom TSV Heiligenrode, Radsportabteilung. Zum Tagesordnungspunkt b) b. „Naturraubbau am Viehberg in Niestetal?“.

Rainer Jonas
Rainer Jonas
Rainer Jonas schilderte auf Befragung durch den Orts- Vorsitzenden Burghard Muster seine Sicht auf das Thema als Hirschkäferbeobachter des Hessenforst Giessen seit mehreren Jahren.

Es gebe in dem Waldgebiet am Viehberg / Rüsteberg, solange er dort am Waldrand wohne, jedes Jahr Ende Juni / Anfang Juli den Zug von weiblichen und männlichen Hirschkäfern auf ihrem „Hochzeitsflug“ zu beobachten.

Der Hirschkäfer stehe auf der roten Liste der streng geschützten Arten. Die Tierart lebe offensichtlich im Alt- Eichenholz am Viehberg. Das bezeugten auch die Nachbarn Am Rüsteberg / Im Schnepfenbusch.

Dies habe er der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Kassel in Vorbereitung auf die von der Gemeinde Niestetal beabsichtigte Artenschutzrechtliche Prüfung des Gebietes direkt nach der Bauausschusssitzung am 17.3.2010 schriftlich mitgeteilt.

Er, Jonas, habe bei einem Telefonat mit dem zuständigen Sachbearbeiter dort 4 Wochen später erfahren, dass Herr Lorscheider- Brinckmann als Beauftragter der Gemeinde schon vor einem Jahr zusammen mit ihm eine Ortsbesichtigung des gesamten Gebietes durchgeführt habe.

Dabei habe er dem grünen Architekten geraten, den Wald unterhalb des Grillplatzes wie den restlichen Wald für die beabsichtigte Verwendung als „Biking Trail“ in Ruhe zu lassen; waldrechtlich müsse die Forstbehörde als Ausgleich die Neuanlage von Jungwald verlangen; und artenschutzrechtlich müsse man mit ganz strengen Auflagen wenn nicht gar mit Verboten rechnen.

Er habe ihm die Streuobstwiesen oberhalb des Grillplatzes empfohlen.

Dies habe er den einen Tag zuvor bei ihm erschienenen Vertretern der Gemeinde Niestetal so auch mitgeteilt, und er werde auch gegenüber dem nun beauftragten Büro Bosch keine andere Aussage treffen können.

Das artenschützerische Argument sei nach der schriftlichen Einlassung des Herrn Jonas, des Hirschkäfers wegen, nur noch treffender.

Die beiden sympatischen Sportler mussten sich so von ihren bisherigen Wegbegleitern in der Gemeindepolitik, namentlich von Herrn Lorscheider- Brinckmann von den Niestetaler Grünen, getäuscht fühlen.

Denn sie hätten, sagten sie, immer nur das eine, ortsnahe Stück Wald gebraucht; bislang trainierten sie - in einer Gruppe von 20 Personen, dabei bis zu acht Kids - in einem naturnahen Gelände in Spiekershausen, hätten dort aber den Nachteil der geringeren Ortsnähe und, sie dürften dort keine baulichen Veränderungen vornehmen.

Eben diese beabsichtigten baulichen Massnahmen sind es nun aber, die die Naturschutz- und die Forstbehörden auf den Plan rufen.

Aus dem allgemeinen Betretungsrecht von jedermann im hessischen Waldgesetz kann man nun wirklich keine wie auch immer geartete Bebauungsberechtigung ableiten.

Die Gemeinde Niestetal hat hier als Waldeigentümer nur das Recht zur ordnungsgemässen Waldwirtschaft. Ob der Betrieb des Aussengeländes des Bauhofes in dem Viehbergwald wirklich rechtens ist, bleibe dabei dahingestellt.

Das Betretungsrecht im Wald von jedermann beinhaltet lediglich das Begehen und das Befahren von dafür geeigneten Wegen im Wald mit motorlosen Gefährten.

Gesetzlich ist dabei zu beachten, dass grundsätzlich die Nutzung von Pflanzen im Wald untersagt ist.

Ausnahme: das Pflücken von nicht geschützten Arten in geringen Mengen für private Zwecke nicht gewerblicher Art; die Störung oder Zerstörung von Flora und Fauna insbesondere der gefährdeten Arten ist unter Androhung von Rechtsfolgen des Verstosses gegen definierte Ordnungswidrigkeiten verboten.

Dies ist der Sachstand seitdem. Nicht also erst der schriftliche Hinweis des Herrn Jonas über die Existenz von Hirschkäfer (und Grünspecht) habe zur unguten Situation geführt, dass eine allerdings kleine Individualsport- Gruppe in Niestetal sich nicht einfach mit schwerem Baumaterial im Gemeindewald umtun kann.

Das hat die Mitgliederversammlung der FDP Niestetal nach dem Dankeschön an die beiden jungen Sportler für ihr Eintreten in eigener Sache festgestellt.

Vielmehr sei dies offenbar die Rechtslage aus Naturschutzsicht, die hierzu führe. Was dem Grünen- Architekten und Verfasser der Machbarkeitsstudie für die Gemeindeverwaltung Niestetals, Alois Lorscheider- Brinckmann, hätte bereits vor einem Jahr klar sein müssen.

Burghard Muster, 1. Vorsitzender der FDP Niestetal
Burghard Muster, 1. Vorsitzender der FDP Niestetal
Eben wegen der offensichtlich verfahrenen politischen Situation bot der Vorsitzende der FDP Niestetal, Burghard Muster, den Trial Bikern des TSV Niestetal Unterstützung bei der Suche nach machbaren Alternativen an.


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